Yoga

Was ist Yin Yoga?

Im Yin Yoga können wir durch die lange gehaltenen Positionen tief auf unser Bindegewebe einwirken. In diesen Schichten verlaufen auch die Meridiane. Die Meridiane sind Energieleitbahnen in denen Qi zu den Organen fließt. Sie verlaufen durch den ganzen Körper. Im besten Fall fließt die Energie in den Meridianen frei. Ist das nicht so, spricht man von Stagnation: d.h. es bildet sich ein Stau, die Energie ist blockiert.  Daraus können unterschiedliche Probleme  auf körperlicher wie auch auf emotionaler Ebene entstehen.

Durch das lange Halten der Yin Positionen erzeugen wir einen künstlichen Stau – die Energie (Qi) kann nicht mehr so gut fließen. Beim Lösen der Position fließt das Qi dann verstärkt durch die beanspruchten Meridianbahnen. So können die Meridiane wieder ausbalanciert werden und der  Energiefluss wird verbessert.

Aus westlicher Sicht trainiert Yin Yoga Gelenke und Bänder: es macht sie geschmeidig, elastisch und stark. Durch das lange Verweilen in den Positionen werden Bindegewebe und Faszien gedehnt und aktiviert. Die Faszien durchziehen den ganzen Körper und verbinden – vom Kopf bis zu den Zehen – alles miteinander. Die Faszien bestehen aus Kollagen, einer Art dickflüssigen Substanz, die durch das gesamte Fasziennetz fließt. Durch langen, stetigen Zug erreicht man diese tiefliegenden Schichten besonders gut. Die Stimulation presst das Bindegewebe zusammen. Dadurch wird die Flüssigkeit, wie bei einem Schwamm, aus der beanspruchten Stelle herausgepresst. Das Lösen der Position lässt diese Flüssigkeit wieder zurückfließen: so wird die Fließfähigkeit des Kollagen gefördert.

Geprägt ist Yin Yoga durch das lange Halten der Positionen, einer langsamen, ruhigen Atmung und dem nach innen gerichteten Fokus. Das hilft dabei ruhiger zu werden und das Nervensystem dabei zu unterstützen. Du übst achtsamer und aufmerksamer mit deinen eigenen Bedürfnisse umzugehen und diese besser wahrzunehmen.